Ein Gasgrill steht für unkompliziertes Grillieren, schnelle Hitze und viel Komfort. Damit dein Grill aber sicher funktioniert, muss die Gasversorgung korrekt angeschlossen sein. Ein besonders wichtiger Punkt ist dabei der Druckminderer, auch Gasdruckregler genannt.
Gerade in der Schweiz kommt es immer wieder zu Verwechslungen zwischen deutschen und Schweizer Druckminderern. Das Problem: Beide Systeme sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Sie lassen sich teilweise sogar mechanisch miteinander verschrauben. Trotzdem sind sie technisch nicht gleich aufgebaut. Wird der falsche Druckminderer verwendet, kann die Verbindung undicht sein. Dann kann Gas austreten – mit erheblicher Brand- oder Explosionsgefahr.
Deshalb gilt ganz klar: Wenn du deinen Gasgrill in der Schweiz mit einer Schweizer Gasflasche betreibst, musst du zwingend den passenden Schweizer Druckminderer verwenden.
Inhaltsverzeichnis
- Was macht ein Druckminderer überhaupt?
- Warum gibt es überhaupt Unterschiede zwischen DE- und CH-Druckminderern?
- Woran erkennst du den Schweizer Druckminderer?
- Warum ist eine Verwechslung so gefährlich?
- Was tun, wenn deinem Grill zwei Druckminderer beiliegen?
- Wichtig beim Umbau: Linksgewinde beachten
- Prüfe immer den mbar-Wert auf dem Typenschild
- Dichtheitsprüfung: Vor jeder Inbetriebnahme Pflicht
- So nutzt du Gasflaschen sicher
- Deine Sicherheits-Checkliste vor dem Grillieren
- Was tun, wenn du unsicher bist?
- Fazit: Kleine Unterschiede, grosse Wirkung
Was macht ein Druckminderer überhaupt?
Der Druckminderer sitzt zwischen Gasflasche und Gasschlauch beziehungsweise Gasgrill. Seine Aufgabe ist es, den hohen Flaschendruck auf den Betriebsdruck zu reduzieren, den dein Grill benötigt.
Gasgrills arbeiten je nach Modell üblicherweise mit 30 mbar oder 50 mbar. Welcher Wert für deinen Grill gilt, steht auf dem Typenschild des Geräts. Genau dieser Wert muss auch zum verwendeten Druckminderer passen. Ein 30-mbar-Grill benötigt also einen 30-mbar-Druckminderer. Ein 50-mbar-Grill benötigt einen 50-mbar-Druckminderer. Ein falscher Betriebsdruck kann zu Fehlfunktionen, unsauberer Verbrennung, Schäden am Gerät oder Sicherheitsproblemen führen.
Warum gibt es überhaupt Unterschiede zwischen DE- und CH-Druckminderern?
Der entscheidende Unterschied liegt nicht einfach im Gewinde. Genau das macht die Sache gefährlich.
Deutsche und Schweizer Druckminderer haben nahezu denselben Gewindedurchmesser und dieselbe Gewindesteigung. Dadurch kann es passieren, dass ein deutscher Druckminderer scheinbar problemlos auf eine Schweizer Gasflasche geschraubt werden kann. Das bedeutet aber nicht, dass die Verbindung sicher dicht ist.
Der Unterschied liegt im Dichtungssystem.
Beim Schweizer System besitzt der Schweizer Druckminderer eine zusätzliche schwarze Dichtung. Die Schweizer Gasflasche hat am Gewinde einen leichten Vorstand, der beim Anschrauben in diese Dichtung gedrückt wird. Dadurch wird die Verbindung dicht.
Beim deutschen System funktioniert die Abdichtung andersherum. Dort sitzt die Dichtung an der Gasflasche. Der deutsche Druckminderer selbst hat keine schwarze Dichtung, sondern innen einen Messingwulst beziehungsweise einen Führungsstift. Wird nun ein deutscher Druckminderer auf eine Schweizer Gasflasche geschraubt, fehlt die korrekte Abdichtung. Die Verbindung kann undicht sein, obwohl sie fest verschraubt wirkt.
Woran erkennst du den Schweizer Druckminderer?
Der Schweizer Druckminderer ist an der schwarzen Dichtung erkennbar. Diese schwarze Dichtung sitzt im Anschlussbereich des Druckminderers und ist das zentrale Erkennungsmerkmal für den Einsatz mit Schweizer Gasflaschen.
Der deutsche beziehungsweise österreichische Druckminderer hat diese schwarze Dichtung nicht. Dort befindet sich die Dichtung im jeweiligen Gasflaschensystem. Genau deshalb dürfen diese Systeme nicht gemischt werden.
Merke dir daher:
- Schweiz = Schweizer Gasflasche + Schweizer Druckminderer mit schwarzer Dichtung.
- Deutschland / Österreich = entsprechender DE-/AT-Druckminderer für deutsche oder österreichische Gasflaschen.
Warum ist eine Verwechslung so gefährlich?
Das Gefährliche ist, dass die Verwechslung nicht immer sofort auffällt. Der Druckminderer lässt sich oft anschrauben. Er sitzt scheinbar fest. Für Laien wirkt die Verbindung auf den ersten Blick korrekt.
Tatsächlich kann sie aber nicht vollständig dicht sein. Gas kann an der Verbindung austreten. Flüssiggas ist hochentzündlich. Sammelt sich austretendes Gas in der Nähe des Grills, kann bereits eine Zündquelle ausreichen, um einen Brand oder eine Explosion auszulösen.
Deshalb darf ein Gasgrill in der Schweiz nicht mit einem deutschen Druckminderer an einer Schweizer Gasflasche betrieben werden. In der Schweiz darf ausschliesslich der passende Schweizer Druckminderer verwendet werden.
Was tun, wenn deinem Grill zwei Druckminderer beiliegen?
Bei manchen Gasgrills können zwei Druckminderer beiliegen: einer für die Schweiz und einer für Deutschland beziehungsweise Österreich. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass du den richtigen Regler auswählst.
Für den Betrieb in der Schweiz mit Schweizer Gasflaschen verwendest du ausschliesslich den CH-Druckminderer. Der vormontierte DE-Druckminderer muss entfernt und gegen den Schweizer Druckminderer ersetzt werden. Diese Umrüstung ist keine Empfehlung, sondern eine zwingende Sicherheitsvorgabe.
Die beiliegende Umbauanleitung muss dabei genau beachtet werden. Für den Wechsel werden gemäss Anleitung ein 17er Gabelschlüssel und eine Rohrzange zum Gegenkontern benötigt.
Wichtig beim Umbau: Linksgewinde beachten
Ein wichtiger Punkt beim Wechsel des Druckminderers: Druckregler und Gasschlauch haben ein Linksgewinde.
Das bedeutet: Zum Lösen der Schraubverbindung drehst du nach rechts. Zum Anziehen drehst du nach links. Das ist ungewohnt, aber bei Gasanschlüssen üblich. Erkennbar ist das Linksgewinde an einer Einkerbung an der Mutter beziehungsweise Schraubverbindung.
Nach dem Entfernen des deutschen Druckminderers wird der beiliegende CH-Druckminderer auf den Gasschlauch geschraubt und mit dem 17er Gabelschlüssel wieder festgezogen. Wichtig ist: Verwende für diese Umrüstung ausschliesslich den mitgelieferten CH-Druckminderer, da dieser auf den Betriebsdruck und die Gasdurchlassmenge deines gekauften Gasgrills ausgelegt ist.
Prüfe immer den mbar-Wert auf dem Typenschild
Neben dem richtigen Länderanschluss ist auch der korrekte Betriebsdruck entscheidend. Nicht jeder Gasgrill arbeitet mit demselben Druck. Manche Modelle sind für 30 mbar ausgelegt, andere für 50 mbar.
Deshalb solltest du vor dem Anschluss immer das Typenschild deines Grills prüfen. Dort findest du den vorgeschriebenen Betriebsdruck. Der Druckminderer muss exakt zu diesem Wert passen.
Ein falscher Druckminderer kann dazu führen, dass der Grill nicht richtig funktioniert. Im schlimmsten Fall entstehen Sicherheitsrisiken oder Schäden am Gerät. Deshalb gilt:
- 30 mbar auf dem Typenschild = 30 mbar Druckminderer verwenden.
- 50 mbar auf dem Typenschild = 50 mbar Druckminderer verwenden.
Dichtheitsprüfung: Vor jeder Inbetriebnahme Pflicht
Nach jedem Anschluss, nach jedem Flaschenwechsel und grundsätzlich vor jeder Inbetriebnahme solltest du eine Dichtheitsprüfung durchführen. Besonders wichtig ist sie:
- nach dem Wechsel der Gasflasche,
- nach dem Wechsel des Druckminderers,
- nach längerer Standzeit,
- nach Transport oder Verschieben des Grills,
- vor der ersten Inbetriebnahme.
Die Dichtheitsprüfung ist einfach, aber extrem wichtig. Öffne dazu die Gasflasche langsam und sprühe alle Verbindungen mit einem geeigneten Lecksuchspray ein. Bilden sich Blasen, ist die Verbindung undicht. In diesem Fall darf der Grill nicht betrieben werden.
Ganz wichtig: Prüfe niemals mit offener Flamme. Ein Feuerzeug, Streichholz oder jede andere offene Flamme ist bei einer möglichen Undichtigkeit absolut tabu.
So nutzt du Gasflaschen sicher
Auch die Gasflasche selbst muss korrekt verwendet werden. Betreibe sie immer aufrecht und niemals liegend. Lagere Gasflaschen nicht in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen. Schütze sie ausserdem vor starker Hitze und direkter Sonneneinstrahlung.
Ob eine Gasflasche im Unterschrank deines Grills stehen darf, hängt vom jeweiligen Grillmodell ab. Manche Gasgrills besitzen eine ausdrücklich vorgesehene Halterung im Unterschrank. Nur wenn der Hersteller dies freigibt und eine entsprechende Halterung vorhanden ist, darf die Gasflasche dort betrieben werden. Fehlt diese Freigabe, muss die Gasflasche ausserhalb des Grills stehen.
Deine Sicherheits-Checkliste vor dem Grillieren
Bevor du deinen Gasgrill in Betrieb nimmst, solltest du immer diese Punkte prüfen:
- Ist der richtige Schweizer Druckminderer montiert?
- Hat der Druckminderer die schwarze Dichtung für Schweizer Gasflaschen?
- Passt der mbar-Wert des Druckminderers zum Typenschild deines Grills?
- Wurde ein eventuell vormontierter deutscher Druckminderer entfernt?
- Ist der CH-Druckminderer korrekt und fest montiert?
- Wurde eine Dichtheitsprüfung mit Lecksuchspray durchgeführt?
- Steht die Gasflasche aufrecht und sicher?
- Wird die Gasflasche nur dort betrieben, wo es vom Hersteller erlaubt ist?
Wenn du bei einem dieser Punkte unsicher bist, nimm den Grill nicht in Betrieb. Kontaktiere stattdessen unseren Kundendienst.
Was tun, wenn du unsicher bist?
Wenn du nicht sicher bist, ob dein Druckminderer der richtige ist, gilt immer: Sicherheit geht vor. Verwende den Grill nicht, solange die Frage nicht geklärt ist.
Du kannst dich jederzeit an Grillfürst Schweiz wenden. Unser Team hilft dir dabei, den richtigen Druckminderer zu erkennen, den mbar-Wert zu prüfen und die nächsten Schritte sicher einzuschätzen.
Telefon: 041 790 88 88
E-Mail: shop@grillfuerst.ch
Fazit: Kleine Unterschiede, grosse Wirkung
Der Druckminderer ist ein kleines Bauteil, aber für die Sicherheit deines Gasgrills entscheidend. Gerade weil deutsche und Schweizer Druckminderer ähnlich aussehen und teilweise verschraubbar sind, darfst du dich nicht auf den ersten Eindruck verlassen.
Für den Betrieb in der Schweiz mit Schweizer Gasflaschen gilt immer: Verwende ausschliesslich den passenden Schweizer Druckminderer mit schwarzer Dichtung und dem korrekten mbar-Wert gemäss Typenschild deines Grills.
Führe vor jeder Inbetriebnahme eine Dichtheitsprüfung durch und nimm den Grill bei Unsicherheit nicht in Betrieb. So grillierst du nicht nur entspannt, sondern vor allem sicher.
Weitere gute Tipps zum Check an deinem Grill findest du auch hier.