Kräuter trocknen lohnt sich vor allem bei robusten Grillkräutern wie Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei, Lorbeer und Majoran. Sie behalten beim Trocknen viel Aroma und eignen sich perfekt für BBQ-Rubs, Kräutersalz, Grillgemüse, Kartoffeln, Pizza und Marinaden. Zarte Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill oder Minze kannst du ebenfalls trocknen – oft bleiben sie eingefroren aber frischer und aromatischer.
Die kurze Antwort: Vor allem robuste Kräuter wie Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei und Lorbeer eignen sich sehr gut zum Trocknen. Zarte Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Minze oder Zitronenmelisse können ebenfalls getrocknet werden, verlieren aber schneller Aroma oder Farbe. Das BZfE unterscheidet auch beim Kochen zwischen robusteren Kräutern wie Thymian, Rosmarin und Lorbeer, die länger mitgaren dürfen, und zarten Kräutern wie Basilikum, Dill, Schnittlauch, Petersilie, Salbei, Minze oder Zitronenmelisse, die besser gegen Ende dazukommen.
Warum Kräuter trocknen?
Getrocknete Kräuter sind platzsparend, lange verwendbar und ideal für Gewürzmischungen. Besonders beim Grillieren sind sie praktisch, weil sie sich gut mit Salz, Pfeffer, Paprika, Knoblauchpulver, Chili oder Zitronenabrieb kombinieren lassen.
Du kannst daraus herstellen:
- BBQ-Rubs
- Kräutersalz
- Grillgemüse-Gewürz
- Marinadenbasis
- Pizza- und Focaccia-Gewürz
- Kartoffelgewürz
- Kräuterbutter-Mischungen

Welche Kräuter eignen sich am besten zum Trocknen?
Sehr gut geeignet
- Oregano: wird getrocknet besonders aromatisch.
- Thymian: ideal für Rubs, Fleisch und Kartoffeln.
- Rosmarin: robust, intensiv, perfekt für Grillkartoffeln und Lamm.
- Salbei: kräftig, gut für Butter, Fleisch und Füllungen.
- Lorbeer: klassisches Trockenkraut für Saucen und Schmorgerichte.
- Majoran: gut für deftige Gerichte und Würzmischungen.
Bedingt geeignet
- Basilikum: möglich, verliert aber Aroma.
- Minze: gut für Tee, weniger als frische Garnitur.
- Zitronenmelisse: gut für Tee und Desserts, Aroma ist empfindlich.
- Petersilie: trocknet, schmeckt aber gefroren oft frischer.
- Dill: möglich, verliert aber schnell Duft.
- Schnittlauch: wird trocken oft strohig; Einfrieren ist meist besser.
Kräuter an der Luft trocknen
Die klassische Methode ist Lufttrocknung. Dafür bindest du kleine Bündel und hängst sie kopfüber an einen schattigen, trockenen, warmen und luftigen Ort. Die Bündel sollten nicht zu dick sein, damit Luft zwischen die Stiele kommt.
Direkte Sonne ist ungünstig. Sie trocknet zwar schnell, aber Farbe und Aroma leiden.
Fertig sind die Kräuter, wenn die Blätter rascheln und sich leicht zerreiben lassen. Je nach Kraut, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit dauert das unterschiedlich lang.

Kräuter im Backofen trocknen
Der Backofen ist schneller, aber riskanter. Lege die Kräuter locker auf Backpapier und nutze die niedrigste Temperatur. Die Ofentür bleibt leicht geöffnet, damit Feuchtigkeit entweichen kann.
Wichtig: Kräuter nicht backen, sondern trocknen. Zu viel Hitze lässt ätherische Öle verfliegen. Besonders Basilikum, Minze und Zitronenmelisse reagieren empfindlich.
Kräuter im Dörrautomat trocknen
Ein Dörrautomat ist für Kräuter sehr gut geeignet, weil Temperatur und Luftstrom kontrolliert werden. Lege die Kräuter locker auf die Gitter und trockne sie bei niedriger Temperatur. Die Blätter sollten nicht übereinanderliegen.
Für regelmässige Kräutervorräte ist der Dörrautomat die sauberste und gleichmässigste Methode.
Getrocknete Kräuter richtig lagern
Nach dem Trocknen müssen die Kräuter vollständig trocken sein. Restfeuchte kann später zu Schimmel führen. Streife die Blätter von harten Stielen und fülle sie in saubere, trockene Gläser oder Dosen.
Lagere getrocknete Kräuter:
- luftdicht
- dunkel
- trocken
- kühl
- nicht direkt neben Herd oder Grillhitze
Zerreibe die Kräuter erst kurz vor der Verwendung. Ganze Blätter behalten länger Aroma.
Getrocknete Kräuter beim Grillieren verwenden
Getrocknete Kräuter sind konzentrierter als frische. Deshalb solltest du sie sparsamer dosieren. In Marinaden brauchen sie etwas Zeit, um Feuchtigkeit aufzunehmen und Aroma abzugeben.
Sehr gute Anwendungen:
- Für Fleisch: Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei.
- Für Gemüse: Oregano, Basilikum, Thymian, Rosmarin.
- Für Kartoffeln: Rosmarin, Thymian, Majoran.
- Für Pizza vom Grill: Oregano, Basilikum, Thymian.
- Für Feta und Käse: Oregano, Thymian, Rosmarin.
- Für Fisch: Dill, Thymian, Zitronenmelisse sparsam.
Kräuter trocknen oder einfrieren?
Trocknen ist ideal für robuste Kräuter und trockene Gewürzmischungen. Einfrieren ist besser für zarte Kräuter, die frisch-grün schmecken sollen. Viele Kräuter kannst du auf beide Arten haltbar machen.
Als Faustregel:
- Robuste mediterrane Kräuter eher trocknen.
- Zarte grüne Kräuter eher einfrieren.
- Kräuter für Tee eher trocknen.
- Kräuter für Dips und Saucen eher einfrieren.
Häufige Fehler beim Kräutertrocknen
Der häufigste Fehler ist zu viel Feuchtigkeit. Kräuter müssen trocken geerntet, locker ausgelegt und vollständig durchgetrocknet sein.
Ein weiterer Fehler ist direkte Sonne. Sie bleicht Kräuter aus und schwächt Aroma.
Auch zu hohe Backofentemperatur ist problematisch. Kräuter sollen nicht rösten. Sobald sie bräunen, war es zu heiss.